DAK Psychreport 2025: Psychische Erkrankungen unter den Top 3 der Erkrankungsgruppen

12. September 2025

Im April 2025 wurde der DAK Psychreport veröffentlicht. Dieser hat ergeben, dass die meisten Ausfalltage durch Atemwegserkrankungen verursacht wurden, gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychischen Erkrankungen. Daran sehen wir, dass gehandelt werden muss.

Das sagen die Zahlen

Der DAK Psychreport bestimmt die anfallenden Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Arbeitnehmern anhand der Erkrankungen. So viele AU-Tage entfallen auf

  • Atemwegeserkrankungen: 382
  • Muskel-Skelett-Erkrankungen: 350
  • psychische Belastungen: 342
  • Verletzungen: 188

Von den psychischen Belastungen zu den Verletzungen gibt es einen Riesensprung von über 300 auf unter 200. Daran können Sie sehen, wie dringend hier gehandelt werden muss.

Schon junge Menschen sind belastet

Außerdem wird im Report festgestellt, dass die Ausfallzahlen aufgrund psychischer Belastungen schon bei jungen Menschen sehr hoch sind. Führend sind hier neurotische und affektive Störungen, also Anpassungsstörungen und Depressionen.

Sie als Personalrat und die Dienststellenleitung müssen handeln

Leider gibt es keinen Mitbestimmungstatbestand „Psychischen Stress vermeiden“ – trotzdem sind Ihnen die Hände nicht gebunden. Sie sind und bleiben die Schlüsselfigur bei der Vermeidung und dem Abbau von Stress. Setzen Sie daher auf Zusammenarbeit mit der Dienststellenleitung. Sie halten die Sprechstunden ab und sind damit auch oft Anlaufstelle für Beschwerden.

Bis der Dienstherr etwas von Stress mitbekommt, ist der Mitarbeiter vielleicht bereits im Krankheitsstadium = Arbeitsausfall und Entgeltfortzahlung. Das kann der Dienstherr mit Ihrer Hilfe vermeiden. Sagen Sie ihm das auch so klipp und klar. Sonst geht er nicht auf Sie zu.

Mein Tipp: AGG kann helfen

Denken Sie auch an die Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). An diese können sich die Mitarbeiter wenden, die sich diskriminiert fühlen. Halten Sie zu der Beschwerdestelle regen Kontakt und verbünden Sie sich mit ihr gegen den Dienstherrn. So bilden Sie eine noch stärkere Front gegen Stress.

Was Sie sonst noch tun können

Daneben können Sie in Ihren Personalratssprechstunden eine Art Erhebung machen. Anonymisiert, versteht sich! So nach dem Motto: Wir hatten im letzten Monat 5 Beschwerden, 3 zum Thema Stress. Also müssen wir was tun. Kommt es in einzelnen Abteilungen verstärkt zu Stresssymptomen? Dann kann hier etwas nicht stimmen. Es muss in dieser Abteilung nachgebohrt werden, was den Stress veranlasst, um dann Abhilfe zu schaffen. Sprechen Sie ruhig auch mit Führungskräften. Diese merken Stress noch eher als der Dienstherr und sind nicht selten selbst Opfer von Stress.

Mein Tipp: Sensibilisieren Sie auch Ihre Kollegen im Personalrat zum Thema


Und bitten Sie auch Ihren Dienstherrn, seine Vorgesetzten und Führungskräfte für das Thema psychischer Stress am Arbeitsplatz zu sensibilisieren. Diese müssen auch ihr Führungsverhalten reflektieren. So werden Probleme frühzeitig erkannt.

Gehen Sie auf Tuchfühlung mit Ihren Kollegen. Reden, reden, reden – nur das hilft.

Und ganz wichtig: Großen Wert sollte Ihr Dienstherr darauf legen, Weiterbildungsdruck zu vermeiden und „lebenslanges Lernen“ als Chance hervorzuheben. Alles andere erdrückt die Kollegen förmlich. Sehen Sie sich hierzu Ihre Struktur in der Dienststelle einmal an. Sie werden sicher Mitarbeiter finden, die ihren Beruf vor Jahren oder Jahrzehnten ergriffen haben. Es ist ganz natürlich, dass diese – gerade wenn es um moderne Technik oder EDV geht – nicht so bewandert und aufgeschlossen sind wie die Arbeitnehmer, die mit neuen Technologien faktisch groß geworden sind.

Hinweis: In Altersgruppen denken

Beim Thema Stress oder psychische Belastungen lohnt es sich, in Altersgruppen zu denken. Den älteren Semestern macht die zunehmende Digitalisierung und Technisierung Angst, den jungen Menschen vielleicht eher die Zukunft an sich. Die Ungewissheit. Meine Generation hat den Kalten Krieg noch erlebt, die junge Generation wird plötzlich damit konfrontiert, dass aufgerüstet und der Sozialstaat abgebaut wird. Das macht schlicht und ergreifend Angst vor der Zukunft.
Für Sie wird es dadurch natürlich schwieriger, ein Gesamtkonzept gegen den Stress in der Dienststelle zu entwickeln. Aber genau dabei helfen wir Ihnen mit den Tipps in dieser Sonderausgabe.

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