Lenken Sie den Gesprächsverlauf durch aktives Zuhören

05. März 2026

Als Personalrat führen Sie Gespräche mit den unterschiedlichsten Personen. Unabhängig davon, ob Sie mit Ihrem Dienstherrn verhandeln oder sich um Beschwerden bzw. Anliegen Ihrer Kolleginnen und Kollegen kümmern, ist es stets sehr wichtig, dass Sie Ihre Gespräche aktiv gestalten und vor allem aktiv zuhören. Lesen Sie jetzt, warum das so großen Einfluss hat.

Genaues Zuhören ist wichtig

Genau aufzupassen und zuzuhören ist entscheidend, damit Sie und Ihr Gegenüber in einem Gespräch nicht aneinander vorbeireden. Aktives Zuhören bietet Ihnen zudem die Möglichkeit, Einfluss auf ein Gespräch zu nehmen. Dennoch unterschätzen viele Menschen und damit auch so manch ein Personalrat die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens.

Zeigen Sie Ihrem Gegenüber Interesse und Wertschätzung

Für den Erfolg von Gesprächen jeglicher Art sind die Wertschätzung Ihres Gegenübers und Interesse an dem, was er zu sagen hat, von enormer Bedeutung. Durch aktives Zuhören signalisieren Sie Ihre Wertschätzung. Kommen Beschäftigte zum Beispiel zu Ihnen in die Sprechstunde oder möchte Ihr Dienstherr etwas mit Ihnen besprechen, zeigen Sie Ihre Wertschätzung durch folgendes Verhalten:

  • Handy weglegen, Bildschirm schließen
  • Blickkontakt halten
  • mit offenen Fragen einsteigen („Was ist genau passiert?“)
  • nicht parallel Notizen tippen, ohne es kurz zu erklären
Wichtig: Legen Sie sich nicht gleich fest

Auch wenn Beschäftigte mit wirklich belastenden Themen zu Ihnen kommen, die einer schnellen Klärung bedürfen, präsentieren Sie nicht gleich Lösungen. Nehmen Sie die Sache mit und besprechen Sie sie im Gremium. Das sichert eine abgeklärte sachliche Lösungsfindung.

Fragen kostet nichts

Versuchen Sie, die Aussage Ihres Gesprächspartners wirklich zu verstehen. Hinterfragen Sie, was genau Ihrem Gegenüber wichtig ist. Finden Sie heraus, welche Motivation dahintersteckt. Denn nur, wenn Sie dies verstehen, können Sie im Zweifel tatsächlich Argumente finden, die Ihr Gegenüber von Ihrer Position überzeugen. Schließlich wird sich Ihr Gesprächspartner nur überzeugen lassen, wenn Sie in Ihrer Argumentation auf seine Position eingehen.

Wichtig ist dabei, dass Sie zielgerichtet auf den Vortrag Ihres Gegenübers eingehen. Je nachdem, um welche Art von Gespräch es geht, können Sie an etwaige Bedenken Ihres Dienstherrn oder auch an Sorgen eines Kollegen direkt mit Ihren Argumenten anknüpfen. Sie können zum Beispiel mit den folgenden Fragen nachhaken, ob bei Ihnen auch alles richtig angekommen ist:

  • „Wenn ich Sie richtig verstehe, fühlen Sie sich …“
  • „Es geht Ihnen also vor allem um …?“
  • am Ende kurz zusammenfassen: „Wir halten fest: …“

So zeigen Sie als Personalrat Verständnis und Wertschätzung für Ihren Gesprächspartner.

Wichtig: Bleiben Sie neutral

Als Personalrat müssen Sie vertrauenswürdig und unparteiisch sein. Ergreifen Sie daher nicht Partei, bevor alle Seiten gehört sind. Fällen Sie keine vorschnellen Urteile („Das geht ja gar nicht!“). Fragen Sie sachlich nach: „Gab es dazu bereits ein Gespräch mit …?“ Aktives Zuhören heißt: sammeln, klären, strukturieren – und zwar bevor gehandelt wird! Wenn Sie sich daran halten, haben Sie schon den Grundstein zum Erfolg gelegt.

Auf aktives Zuhören folgt aktives Reflektieren

Aktives Zuhören erweitert zudem unter Umständen Ihren Horizont. Schließlich lernen Sie so neue Perspektiven bzw. Sichtweisen kennen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass aktives Zuhören Ihnen – sofern Sie die Sache ernst nehmen – die Möglichkeit bietet, anhand der gegenteiligen Argumente Ihres Gesprächspartners Ihr eigenes Vorhaben noch einmal zu überdenken.

Fazit: Genaues Zuhören und gezieltes Argumentieren führen zum Erfolg


Genaues Zuhören ist in einem Gespräch mindestens so wichtig wie das gezielte Argumentieren. Dazu gehört auch, den Gesprächspartner mit seiner Sicht zu verstehen und das Gesagte nicht nur aus dem eigenen Blickwinkel zu betrachten. Schlüpfen Sie in die Rolle Ihres Gegenübers und versuchen Sie ihn zu verstehen. So gelingt es Ihnen, interessengerechte Lösungen zu finden.

Machen Sie doch gleich den folgenden Selbsttest und entdecken Sie, ob Sie ein guter Zuhörer sind:

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