Das geht aus einer Studie hervor, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser in Berlin vorstellte. Sage und schreibe 23 % der Beschäftigten gaben an, bereits Gewalterfahrungen gemacht zu haben. Besonders betroffen sind hier Justizvollzugsbeamte, Rettungskräfte, Veterinäre, Feuerwehrleute – eben alle, die raus müssen (und wahrscheinlich noch viele mehr!). Beschämend! Befragt wurden 10.000 Beschäftigte aus über 1.600 Behörden. Eines ist klar: Hier muss sich dringend was ändern!
Was aber können Sie tun, um die Gewalt einzuschränken bzw. Ihre Kolleginnen und Kollegen zu schützen?
- Zunächst einmal kann man in der Behörde selbst auf leichte Zugänglichkeit und das Vorhandensein von Notausgängen setzen. Ihre Kollegen müssen bei Gefahr schnell flüchten können.
- In den Jobcentern gibt es „Notfallknöpfe“ – wird ein Kunde aggressiv, dann kann man den Notfallknopf drücken, die anderen Kollegen kommen dann zur Hilfe.
- Schwierige Kundengespräche sollten zu zweit abgehalten werden.
- In den Gerichten haben sich Zugangs- und Taschenkontrollen bewährt.
- Einzelarbeitsplätze sollte es nach Möglichkeit nicht geben.
- Und natürlich müssen wir alle an uns und an unserer Sprache arbeiten – jeder Einzelne von uns hat hier eine gesellschaftliche Verantwortung und auch eine Vorbildfunktion. „Den mach ich platt“ und Ähnliches haben in einem gewaltfreien Umfeld nichts verloren.
- Wenn ich mich bedroht fühle, wähle ich den Notruf 110.
Für die „Außendienstler“ und im Justizvollzug ist es eine gute Lösung, Selbstverteidigungskurse zu organisieren, an denen Mitarbeiter teilnehmen können. Denn eines ist Fakt: Wer weiß, dass er sich im Extremfall verteidigen kann, wirkt selbstsicherer. Und wer selbstsicher ist, wird seltener Opfer von Gewalt. Die Teilnahme ist aber freiwillig, wer nicht möchte, muss nicht.
Um eine drohende Eskalation frühzeitig zu erkennen und entschärfend zu wirken, haben sich auch Deeskalationstrainings bewährt. Die Polizei bietet z. B. solche Trainings an.
Ihr Dienstherr sollte Straftaten durch Mitarbeiter konsequent verfolgen und im Rahmen seiner Möglichkeiten ahnden! Sprich: durch Versetzung, Abmahnung und Kündigung. Das zeigt schon nach außen, dass Gewalt bei Ihnen in der Dienststelle keinen Platz hat. Toleranz und Nachsicht sind bei Gewalt nicht der richtige Weg, das muss jedem klar sein.
Wenn Sie möchten, können Sie die komplette Studie hier lesen: https://kurzelinks. de/Gewalt-im-oeD
Tauschen Sie sich aus
Zuallererst: Gewalt darf kein Tabu-Thema in Ihrer Dienststelle sein! Sprechen Sie daher die Gefahren unter Kollegen und in der Unterweisung an. So sehen die Kolleginnen und Kollegen zum einen, dass sie nicht allein sind und dass man sich in der Dienststelle der Gefahren bewusst ist. Dies bewirkt zum anderen, dass man den Gefahren besser gegensteuern kann.
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