Konflikte sind so alt wie die Menschheit. Solange wir in Gemeinschaften leben, wird es unterschiedliche Befindlichkeiten, Emotionen, Erfahrungen und Meinungen geben. „Konflikte“ sind Auseinandersetzungen – oft wahrgenommen wie ein „Feind“, den Sie besiegen oder dem Sie sich beugen müssen. Wie reagieren Sie am besten, um sie zu vermeiden oder zu klären?
Nicht alle Möglichkeiten, auf einen Konflikt zu reagieren, sind zielführend
Gerade als Personalrat werden Sie mehr Konflikte haben, als Ihnen lieb ist – mit Ihrem Dienstherrn, den Kolleginnen und Kollegen, anderen Mitgliedern Ihres Gremiums oder der Schwerbehindertenvertretung, wenn Sie nicht so gut „funktionieren“, wie Ihre Umgebung dies gern hätte. Je besser Sie Konflikte lösen, desto erfolgreicher sind Sie daher als Personalrat, als Partner und als Mensch.
Grundsätzlich gibt es in der Konfliktforschung viele verschiedene Modelle. Interessant ist jedoch das folgende, das die Möglichkeiten, auf einen Konflikt zu reagieren, auf nur 6 Punkte reduziert. Hier die Vor- und Nachteile dieser 6 Punkte:
| So reagieren Menschen in Konflikten | |
| 1. Flucht: Flucht gilt als emotionale Reaktion schlechthin. Der Fluchtreflex löste sich in der Urgeschichte sicher schon aus, wenn unbekannte oder gefährliche Wesen auf Menschen zukamen. „Flucht“ als Gedanke kommt meist schon, ohne dass Sie vorher darüber als Strategie nachgedacht hätten. Einfach so. Wenn Sie können – flüchten Sie nicht! Es ist lediglich eine emotionale Reaktion, die keinen Konflikt löst. | |
| 2. Kampf: Einige Mutige haben sich schon in grauer Vorzeit dem Feind gestellt und „gekämpft“. Dies brachte sicherlich einige Male einen „Sieg“, oft genug jedoch „Niederlagen“. Konflikte, mit denen wir uns typischerweise konfrontiert sehen, sind indes noch nicht gelöst, wenn wir kämpfen. Mit wem auch? Um was? Kampf als emotionale Reaktion scheidet aus der Lösungswelt also aus. | |
| 3. Aufgeben: Auch das Aufgeben zählt als emotionale Reaktion. Warum und wem gegenüber sollten Sie sich ergeben? Einem übermächtigen Gegner? Wäre der Gegner übermächtig, dann handelte es sich nicht um einen Konflikt, also das Gegenüberstehen von 2 Interessen, sondern um eine diktatorische Situation. Wenn Sie nichts unternehmen können – dann können Sie nichts unternehmen. Dann allerdings liegt auch kein Konflikt vor. | |
| 4. Verantwortung ablehnen: Verantwortung abzulehnen bedeutet, sich der Verantwortung bewusst zu sein. Sofern Sie dies akzeptieren, ist der Konflikt jedoch nicht gelöst, wenn Sie einfach die Verantwortung ablehnen. Sie können ihn nur lösen – mit offenem Ergebnis –, wenn Sie Ihre Rolle darin als solche anerkennen. | |
| 5. Kompromiss: Rational wäre es auch, einen Kompromiss anzustreben. Ein Kompromiss ist ein Ausgleich zweier Parteien, bei dem jeder von beiden einen Teil seiner Wünsche aufgibt. Das kling gut und korrekt, jedoch ist ein Kompromiss in der Regel keine besonders hilfreiche Vorgehensweise. Denn wenn Sie zu viel aufgeben, dann werden Sie sich hinterher als „Verlierer“ fühlen, Ihr Gegenüber ebenfalls. Kompromisslösungen produzieren oft keine Gewinner, sondern allenfalls mäßige Verlierer. Dies wird oftmals den Konflikt an anderer Stelle wieder aufbrechen lassen. | |
| 6. Konsens: Die eleganteste Form der Konfliktlösung ist der Konsens. Suchen Sie das Gemeinsame an der Situation. Dies ist eine menschliche Fähigkeit, die es in der Tierwelt nicht gibt. Das setzt voraus, dass sich beide Parteien der Konsequenzen, der Vorund der Nachteile der jeweiligen Handlungen bewusst sind. Gelingt es Ihnen, einen Konsens – und keinen Kompromiss – zu erzielen, ist dies eine WinwinSituation. Sprechen Sie regelmäßig über den Konsens. |
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