Gute Azubis finden: Arbeiten Sie an der Zukunft Ihrer Behörde mit

05. April 2022

Wirklich gute und engagierte Auszubildende zu finden ist eine schwierige Aufgabe. Es gibt mehr offene Stellen als potenzielle Mitarbeiter und das gilt auch bei den Ausbildungsplätzen. Doch was können Sie als Personalrat dagegen tun?

Zunächst ist es ganz wichtig, dass Sie sich für neue Azubis einsetzen. Denn jede unbesetzte Stelle bedeutet mittel- und langfristig Mehrarbeit für Ihre Kolleginnen und Kollegen. Entscheidend ist, dass sich Ihre Behörde als besonders attraktiver Ausbildungsbetrieb darstellt und die richtigen Marketing-Kanäle nutzt, um die jungen Menschen für eine Ausbildung zu begeistern.

Das sind die neuen Bewerber

Machen Sie sich zunächst klar, wer die neuen Bewerber sein werden: In erster Linie werden Sie es mit den Vertretern der Generation Z zu tun haben, also jungen Menschen ab dem Geburtsjahr 1995. Sie gehören zu den „Digital Natives“, die seit Kindesalter engen Kontakt mit Technologien wie dem Smartphone, dem Internet und den sozialen Medien haben. Für sie gehört die aktuelle Technologie ebenso zum Alltag wie das Selbstverständnis, vernetzt und jederzeit erreichbar zu sein.

Diese Jugendlichen hinterfragen viel häufiger und stärker traditionelle Werte und Normen und sind dabei sehr wissbegierig. Die Erziehung ist nachgiebiger als bei der Generation Y, den in den 1980ern und Anfang der 1990er-Jahre Geborenen. Gleichzeitig ist die Toleranz gegenüber anderen Ethnien und Lebensstilen stark ausgeprägt.

Diese 5 Fehler bei der Azubi-Suche sollte Ihre Dienststelle nie machen

Ihr Personalamt muss sich heute stärker denn je um junge Menschen bemühen, die als Azubi bei Ihnen starten sollen. Und immer noch begehen viele Personaler klassische Fehler bei der Azubi-Rekrutierung. Machen Sie dieses Problem zu einem Top-Thema auf der nächsten Monatsbesprechung!

Die Karriereseite Ihrer Dienststelle sollte top sein Karriereseiten auf der Website einer Dienststelle oder eines Betriebs gewinnen immer mehr an Bedeutung. Denn über die Karriereseite tritt Ihre Dienststelle mit Azubi-Kandidaten in Kontakt und muss diese überzeugen:

Checkliste: Kann die Karriereseite Ihrer Behörde das bieten?

  • Gibt es in Ihrer Behörde eine Landingpage, das heißt eine extra eingerichtete Webseite, die sich an die spezielle Zielgruppe der Azubis richtet?
  • Werden alle offenen Ausbildungsplätze auf einer Karriereseite in einer Stellenbörse veröffentlicht?
  • Sollten für den Azubi-Kandidaten derzeit keine passenden Ausbildungsangebote gegeben sein, ist dafür gesorgt, dass diesem Kandidaten angeboten wird, sich in ein Job-Abo einzutragen?
  • Sind die Ausbildungsplatzangebote visuell ansprechend und modern gestaltet?
  • Der Standort ist oft ein entscheidender Punkt, ob sich ein Kandidat für Ihre Dienststelle entscheidet oder nicht. Taucht eine ansprechende Darstellung Ihres Standorts auf der Karriereseite auf?
  • Gibt es zusätzlich eine Beschreibung der Vorteile Ihres Arbeitsorts?
  • Gibt es ein Video auf der Karriereseite, das speziell die Azubi-Bewerber anspricht?
  • Sprechen Azubis dort selbst und werden Mitarbeiterzitate oder Videos auf der Karriereseite für Azubis veröffentlicht?

Übersicht: Achten Sie darauf, dass die folgenden 5 Fehler vermieden werden

Fehler des PersonalamtsGegenstrategie
1. Besonderen Wert auf bestimmte Kriterien legen, z. B. NotenPersonaler sollten selbstkritisch sein. Oft ist die Liste der geforderten Qualifikationen zu lang und die geforderten Punkte sind bei genauerer Betrachtung doch nicht so wichtig. Anstatt nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ zu suchen, sollten Behörden lieber in die strukturierte Einarbeitung und Weiterbildung investieren.
2. Keine Praktika anbietenEin großer Fehler, denn gerade Praktika bieten dem Dienstherrn, aber auch dem jungen Menschen auf Berufssuche, ein wichtiges Mittel des gegenseitigen Kennenlernens und Erfahrens. Bewerbungsprozesse allein reichen oft nicht aus, um für beide Seiten zu sehen, ob sie gut zueinander passen. Die Möglichkeit eines Praktikums schafft mehr Klarheit. Damit steigt auch die Chance, dass es weniger Abbrecher gibt.
3. Auf Bewerbungen zu langsam reagierenSchnelligkeit und Verbindlichkeit sind 2 ganz entscheidende Faktoren bei der Azubi-Rekrutierung. Wer im Bewerbungsprozess zu langsam ist, dem entgehen gute Kandidaten, die sich natürlich meist nicht nur bei einer Behörde oder einem Unternehmen bewerben.
4. Die Persönlichkeit des Azubi-Bewerbers zu wenig berücksichtigenEin ganz entscheidender Auswahlfehler: Die Persönlichkeit der Azubis sollte im Vordergrund stehen. Ihr Dienstherr sollte sich deshalb die Frage stellen: Passt der junge Azubi zum Team und zur Kultur innerhalb der Dienststelle?
5. Zu wenig auf die neuen Medien setzenDer Erstkontakt kann über soziale Medien erfolgen. Facebook ist dabei eine Lösung, allerdings sind junge Menschen eher bei Instagram, Snapchat oder TikTok. Es können beispielsweise Videos hochgeladen werden, damit potenzielle Bewerber einen ersten Eindruck von Ihrer Behörde bekommen.

Sorgen Sie für eine Aktualisierung der Behördenwebsite

Speziell bei den Jugendlichen ist der Internetauftritt die Top-Informationsquelle über Ausbildungsstellen. Deshalb ist es sinnvoll, dass Ihre Behörde hier modern und informativ ausgerichtet ist. Sie sollte auf der Homepage daher sehr gut und attraktiv dargestellt werden.

Der Karrierebereich auf der Homepage sollte Informationen über den Ausbildungsbetrieb, -beruf, -ablauf und auch über das Team und die Leistungen Ihrer Behörde beinhalten. Und noch etwas: Der Einsatz von Bildern oder Videos macht das Angebot noch attraktiver.

Initiativbewerbungen unbedingt nutzen

Bei den meisten Behörden landen diese Bewerbungen in einem Bewerberpool und nichts passiert. Ein großer Fehler. Initiativbewerbungen verschaffen den Vorteil einer größeren Bewerberauswahl, wenn kurzfristig eine Stelle zu besetzen ist.

Darum sind Mitarbeiter auch für neue Azubis die optimalen Headhunter

Mitarbeiter werben Mitarbeiter. Warum nicht auch bei Ihren zukünftigen Azubis? Denn neue Azubis können auch direkt aus der Belegschaft heraus akquiriert werden. Voraussetzung ist aber, dass in Ihrer Behörde eine positive Unternehmenskultur herrscht. Nur Mitarbeiter, die sich bei Ihnen wohlfühlen, werden Sie als Arbeitgeber oder Ausbilder auch tatsächlich weiterempfehlen.

Dabei sind die eigenen Auszubildenden die besten Multiplikatoren, wenn es um die direkte Ansprache zukünftiger Azubis geht. Denn sie haben den unmittelbaren Kontakt zu der Zielgruppe. Ihre Azubis können aus erster Hand über die Ausbildung berichten und die jungen Frauen und Männer für Ihre Dienststelle begeistern.

So sollten gleich zu Beginn der Rekrutierungsphase alle Azubis speziell auf die Chance hingewiesen werden, ihren Ausbilder oder ihre Ausbilderin zu unterstützen und gleichzeitig beispielsweise einem guten Freund zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen. Auch das Versprechen einer Prämienzahlung für die Vermittlung neuer Azubis kann helfen.

Recruitainment

Recruiting soll heute Spaß machen, speziell für die Zielgruppe der Azubis der Zukunft. Das beweist ein aktueller Trend. Viele Mittelständler setzen auf Recruitainment, also den spielerischen Mix aus Recruiting und Entertainment. Vor allem die „Generation Gaming“ lässt sich durch solche kreativen Angebote erreichen.

Mit diesem Instrument machen viele Arbeitgeber für potenzielle Arbeitnehmer interessante Aspekte erlebbar, was mit anderen Maßnahmen nicht möglich wäre, etwa Arbeitsumgebung, künftige Kollegen oder Jobanforderungen. Es muss allerdings richtig gemacht werden. Vor allem kommt es darauf an, den Tonfall der jungen Generation zu treffen und soziale Medien einzubinden. Daneben muss auch die Website den Bewerbern einen guten Einblick bieten.

Recruitment-Castings – neuer Weg zur AzubiRekrutierung

Warum eigentlich nur Castingshows im Fernsehen? Beim Azubi-Casting treffen Schüler und Personaler in einer lockeren Art und Weise aufeinander. Manchmal beschränkt sich das Kennenlernen auf ein entspanntes Gespräch, ein anderes Mal gibt es einen praxisnahen Test, um Teamgeist, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit der angehenden Azubis zu ermitteln.

Auf Nachhaltigkeit setzen

Hybride Arbeitsmodelle, Mobile Recruiting und Nachhaltigkeit stehen an der Spitze der aktuellen Recruiting-Trends. Wie können Arbeitgeber ihre Marke insbesondere nachhaltiger gestalten und auf ihr Konzept der Corporate Social Responsibility aufmerksam machen?

Wie bereits dargestellt, ist die Attraktivität als Arbeitgeber häufig ausschlaggebend, um entsprechende Mitarbeiter gewinnen zu können. Vor allem Studenten legen bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers Wert auf Nachhaltigkeit, wie der weltweite Universum Student Survey 2021 zeigt. Um Fachkräfte für sich zu gewinnen, sollten Organisationen daher eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, die im besten Fall schon die Aufmerksamkeit potenzieller Bewerber erregt. Das dürfte auch für Azubis gelten.

Bessere Kommunikationsmöglichkeiten durch klare Positionierung

Die Nachhaltigkeitsstrategie gibt eine Struktur, die als Teil der Unternehmensstrategie auf diese abgestimmt ist und den beteiligten Akteuren einen Handlungsrahmen bietet. Hierzu gehört unter anderem eine langfristige Planung. Vorteil einer klaren Positionierung, die das große Ganze erkennen lässt, sind die besseren Möglichkeiten für potenzielle Kunden und Bewerber zu prüfen, ob sie sich mit der Einrichtung oder dem Betrieb identifizieren können. Zudem verbessert eine klare Ausrichtung der Strategie die Kommunikation nach innen, also gegenüber den Beschäftigten.

Kontakte aufbauen und Ihre Behörde präsentieren

Der „Tag der offenen Behörde“ ist eine gute Gelegenheit, Jugendliche und ihre Eltern kennenzulernen. Bei so einer oder ähnlichen Veranstaltungen wird der Ausbildungsberuf praxisnah von Auszubildenden und Mitarbeitern in der realen Arbeitsumgebung vorgestellt. Durch zusätzliche Angebote wie etwa einen Bewerbungsmappen-Check oder ein Bewerbungstraining kann die Veranstaltung mehr Gäste ansprechen. Eine häufig kostenlose Alternative sind Aushänge. Ob direkt in Ihrer Behörde, an Behördenfahrzeugen, in Schulen, Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an anderen öffentlichen Plätzen – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Jetzt aktiv werden

Die Situation auf dem Ausbildungsund Fachkräftemarkt wird nicht besser, sondern verschärft sich. Ein guter Grund, sofort das Gespräch mit Ihrer Dienststellenleitung zu suchen und aktiv zu werden. Ihre Dienststelle sollte sich auf allen Ebenen als attraktiver Ausbildungsbetrieb darstellen.

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