Es gibt sie immer häufiger, die Kolleginnen und Kollegen, die schon innerlich gekündigt haben. Das ist sehr schade, insbesondere da Fachkräfte auch für Ihre Dienststelle immer schwerer zu bekommen sind. Was liegt da näher, als dass Sie als Personalrat versuchen, die resignierten Kolleginnen und Kollegen zurück ins Boot zu holen?
Innere Kündigung
Als innere Kündigung bezeichnen Psychologen einen besonderen Zustand der Unzufriedenheit bei Mitarbeitern eines Unternehmens.
Der Zustand zeigt sich darin, dass ein Arbeitnehmer seine ehemalige Leistungsbereitschaft und sein vormals überdurchschnittliches Engagement deutlich zurückfährt.
Kampfgeist und langen Atem hat nicht jeder. Da kann es schon passieren, dass einige resignieren und einfach aufgeben, sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen und jede Motivation für ihre Arbeit verlieren. Eine solche Einstellung schafft mittelfristig jedoch nur noch mehr Konflikte im Arbeitsumfeld.
Die Ursachen einer inneren Kündigung Eine innere Kündigung hat natürlich einen Grund. Das kann z. B. einer der folgenden
sein:
● Unterforderung
● Monotonie
● Perspektivlosigkeit
● hoher Leistungsdruck
● mangelnde emotionale Bindung
● schlechtes Arbeitsklima
● schlechte Führungskräfte
● keine Feedbackkultur
So erkennen Sie die innere Kündigung
Der Kollege oder die Kollegin
● ergreift in Meetings nicht mehr das Wort,
● lässt Kritik an sich abperlen,
● macht Dienst nach Vorschrift,
● verhält sich ungewöhnlich zurückhaltend,
● leistet signifikant weniger als früher und/ oder
● legt eine negative Arbeitshaltung an den Tag, die sich in destruktiven oder ironischen Bemerkungen widerspiegelt.
Als Personalrat können Sie in solchen Situationen helfen, indem Sie den Kollegen einen Weg aus dieser ungesunden Verweigerung aufzeigen. Wenn Sie diese Symptome bemerken, ist es ratsam, das Gespräch zu suchen. Gehen Sie dabei am besten so vor:
1. Finden Sie eine zwanglose Gesprächssituation unter 4 Augen. Achten Sie darauf, dass Sie ungestört bleiben, und stellen Sie eine lockere Atmosphäre her. Dazu gehört auch eine Tasse Kaffee oder Tee.
2. Schenken Sie Ihrem Gegenüber Ihre ungestörte Aufmerksamkeit. Planen Sie ausreichend Zeit für das Gespräch ein. Damit signalisieren Sie Wertschätzung. Führen Sie es am besten gegen Ende des Arbeitstags, wenn keine anderen Termine mehr anfallen.
3. Lenken Sie das Gespräch behutsam auf Ihr Anliegen. Steigen Sie mit Small Talk ein und kommen Sie dann langsam zum Thema Arbeitssituation. Sprechen Sie an, was Ihnen aufgefallen ist.
4. Legen Sie den Schwerpunkt aufs Zuhören. Lassen Sie die Person sprechen, wenn Sie sich öffnet. Unterbrechen Sie so wenig wie möglich. Hören Sie besser aktiv zu, indem Sie nicken oder „Ich verstehe“ sagen. Es ist gut, wenn die Person sich alles von der Seele reden kann und das Gefühl hat, dass Sie ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte haben.
5. Fragen Sie den Kollegen oder die Kollegin nach Lösungsvorschlägen. Welche Ideen hat er oder sie, wie Sie gemeinsam die Situation wieder ins Positive wenden könnten? Welche Bedürfnisse werden momentan nicht erfüllt? Wie können Sie dabei unterstützen, Wünsche umzusetzen?
Werden Sie tätig
Überlassen Sie Ihre Kolleginnen und Kolleginnen, die eine innere Kündigung schon vollzogen haben, nicht sich selbst. Als Personalrat haben Sie mit Verantwortung dafür übernommen, ihnen dabei zu helfen, ihre Situation zu verbessern. Führen Sie mit einer Person, die innerlich bereits aufgegeben hat, regelmäßige Gespräche im 2-Wochen-Abstand, bis Sie das Gefühl haben, dass sie wieder gern zur Arbeit kommt. Geben Sie ihr das Gefühl, dass Sie gemeinsam etwas verändern können. Setzen Sie sich als Personalrat konsequent für diese Veränderungen ein.
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