So sorgen Sie für ein noch besseres Betriebsklima in Ihrer Dienststelle

04. März 2022

„Hebt die Hände, es ist Wochenende!“ Gibt es in Ihrer Behörde auch eine ganze Reihe von Kolleginnen und Kollegen, die jeden Abend und insbesondere freitags einfach nur noch die Dienststelle verlassen wollen? Die einfach die Nase voll vom Dienst haben? Und die genau wissen, in wie vielen Jahren, Monaten und Tagen sie in die Altersrente oder Pensionierung gehen? Dagegen sollten Sie etwas tun, denn ein gutes Klima in Ihrer Dienststelle ist wichtig für gute Ergebnisse.

Natürlich ist es schwer, jeden Tag mit Freude zur Arbeit zu gehen. Eine gute Stimmung am Arbeitsplatz lässt sich jedoch nicht einfach so anordnen. Denn schließlich gibt es in fast jeder Dienststelle Spannungen unter den Kolleginnen und Kollegen sowie mit Vorgesetzten oder dem Dienstherrn.

Schlechte Grundstimmung ist gefährlich

Vorsicht: Wenn eine schlechte Grundstimmung zum Dauerzustand wird, kann es gefährlich werden. Dann drohen innere Kündigungen, Burnout und Mobbing am Arbeitsplatz.

Das zeichnet ein gutes Betriebsklima aus

Das Betriebsklima ist die subjektiv erlebte längerfristige Qualität der Zusammenarbeit von Beschäftigten in einem Betrieb. Es kommt also maßgeblich auf das Miteinander im Betrieb an. Wichtige Faktoren dabei sind: das Verhalten und der Umgang der Dienststellenleitung, die Einhaltung und Umsetzung der Werte der Behörde auch durch den Dienstherrn, wie z. B. ein respektvoller Umgang untereinander und insbesondere der Führungskräfte mit den Beschäftigten.

So prüfen Sie das Betriebsklima in Ihrer Dienststelle

Zuallererst sollten Sie sich dazu mit wichtigen Daten auseinandersetzen. Werfen Sie einen Blick auf die Krankentage und bewerten Sie die Fluktuationsrate. Denn je höher der Krankenstand und die Fluktuationsrate sind, desto eher müssen Sie von einem schlechten oder zumindest verbesserungswürdigen Betriebsklima ausgehen.

Mit der Fluktuationsrate prüfen Sie, wie viele Beschäftigte die Dienststelle aufgrund einer Eigenkündigung verlassen haben. Je höher dieser Prozentsatz ist, desto mehr spricht für ein schlechtes Betriebsklima.

Anonymisierte Mitarbeiterbefragung anstreben

Das Betriebsklima lässt sich gut mithilfe einer Mitarbeiterbefragung überprüfen. Ihren Kolleginnen und Kollegen bietet eine solche Befragung die Möglichkeit, Dampf abzulassen. Sie können bei dieser Gelegenheit anonym ihre Meinung äußern und auf bestehende Ärgernisse aufmerksam machen. Ihr Dienstherr sollte Ihnen sowie Ihren Kolleginnen und Kollegen im Zusammenhang mit einer solchen Befragung auf jeden Fall die Möglichkeit bieten, Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Ihre Mitbestimmungsrechte bei der Umfrage

Führt Ihr Dienstherr von sich aus eine Befragung durch, muss er Sie als Personalrat nach § 66 Abs. 1 Bundespersonalvertretungsgesetz rechtzeitig und umfassend informieren. Rechtzeitig ist seine Information in aller Regel dann, wenn Ihre Änderungs- und Ergänzungswünsche tatsächlich berücksichtigt werden können. Umfassend ist die Unterrichtung, wenn Ihr Dienstherr Ihnen alle erforderlichen Unterlagen vorlegt.

Versuchen Sie als Personalrat stets, sich an der Durchführung der Mitarbeiterbefragungen Ihres Dienstherrn zu beteiligen. Überzeugen Sie ihn, dass er Sie in das Projektteam aufnimmt, das die Befragung organisiert. Als Argument können Sie anbringen, dass Ihre Mitarbeit die Akzeptanz der Befragung in der Belegschaft erhöhen wird.

Ihre Möglichkeiten als Personalrat

Auch ohne eine Befragung ist es für Sie dringend erforderlich, möglichst objektiv festzustellen, wie die Stimmung in Ihrer Behörde tatsächlich ist. Natürlich sehen das jede Kollegin und jeder Kollege anders. Aber wie die Grundstimmung ist, lässt sich durch eine Vielzahl von Gesprächen, die Sie ohnehin tagtäglich führen, gut einschätzen.

Denn Sie als Personalrat sollten sich dafür einsetzen, dass zumindest die Mehrheit Ihrer Kolleginnen und Kollegen regelmäßig mit Freude zur Arbeit geht. Das ist wichtig, denn wer Spaß bei der Arbeit hat, ist leistungsfähiger und kreativer. Krankheiten wird so vorgebeugt. Letztendlich geht es bei vielen Kollegen auch um die sinnstiftende Frage des Ziels des Lebens.

Das umzusetzen ist natürlich leichter gesagt als getan. Ansetzen sollten Sie beim Betriebsklima. Denn ein Betriebsklima, in dem man sich wohlfühlt, hilft dabei.

So können Sie sich einsetzen

Als Personalrat können Sie nicht alle Faktoren beeinflussen. Setzen Sie sich aber dafür ein, die Bereiche, die Sie beeinflussen können, zu optimieren:

  • Leben Sie die Werte am Arbeitsplatz. Menschen zu helfen ist ein wichtiges Ziel im öffentlichen Dienst.
  • Fördern Sie Teamarbeit.
  • Sorgen Sie dafür, dass gute Leistungen anerkannt werden.
  • Setzen Sie sich für eine offene und ehrliche Kommunikation am Arbeitsplatz ein.

Signalisieren Sie Ihrem Dienstherrn zudem, dass Sie sich mit ihm gemeinsam für ein gutes Betriebsklima einsetzen wollen, und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Der Personalrat als Vorbild

Sie können als Personalrat mit gutem Beispiel und einem positiven Teamgeist vorangehen. Machen Sie es sich zur Aufgabe, Ihre Kolleginnen und Kollegen spüren zu lassen, dass Ihnen jeder von ihnen wichtig ist.

Stellen Sie außerdem Ihren Kollegen gegenüber klar, dass Sie gute Teamarbeit als sehr wichtig erachten. Wann immer Sie im Gremium größere Aufgaben zu bewältigen haben, sollten Sie anregen, dass diese von mehreren Personen zusammen erarbeitet werden.

Neubildung von Teams

Abhängig davon, ob es inhaltlich sinnvoll ist, schlagen Sie vor, dass sich die jeweiligen Teams auch immer mal wieder neu zusammensetzen. Schließlich führt das letztlich dazu, dass jeweils unterschiedliche Kolleginnen und Kollegen gefordert sind zusammenzuarbeiten. Haben die Kollegen ihre Aufgabe abgeschlossen, sollten sie diese dem Gremium präsentieren. Würdigen Sie das Ergebnis des gesamten Teams mit lobenden Worten, wenn die Kolleginnen und Kollegen gute Arbeit geleistet haben.

Teamgeist fördern

Fördern Sie den Teamgeist auch in Ihrem Gremium. Das gelingt, indem Sie sich mit allen Mitgliedern ab und zu privat treffen, z. B. zum Mittagessen vor einer Personalratssitzung.

Mit Anerkennung punkten

Lob und Anerkennung für eine gute Leistung sollten selbstverständlich sein. Loben Sie deshalb jede positive Leistung. Und zwar möglichst in Anwesenheit des gesamten Teams. Aber achten Sie darauf, dass Lob und Anerkennung stets glaubwürdig sind. Es ist deshalb wichtig, dass Sie sich vorher genau überlegen, was Ihnen an der jeweiligen Arbeit besonders gut gefallen hat.

Positiver Umgangston

Voraussetzung für einen guten Teamgeist ist zudem ein angemessener Umgangston. Frust und Stress sollten niemals an Kolleginnen und Kollegen ausgelassen werden.

Andere Meinungen akzeptieren

Akzeptieren Sie es, wenn Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzte eine andere Meinung haben. Persönliche Angriffe bei Meinungsverschiedenheiten sind tabu. Sorgen Sie deshalb stets für korrekte Umgangsformen in Ihren Personalratssitzungen. Dazu gehört übrigens auch, dass der Ton in Ihren Gremiumssitzungen stets angemessen ist.

Prüfen Sie den Ablauf der Sitzungen

Denken Sie einmal intensiv darüber nach, wie in Ihren Sitzungen mit Ideen und Vorschlägen umgegangen wird, vor allem wenn es unterschiedliche Meinungen zu einem Punkt gibt. Gerade wenn eine bestimmte Angelegenheit in einer Sitzung entschieden werden muss, kann es passieren, dass Kolleginnen oder Kollegen vorschnell über die Meinung eines anderen Kollegen urteilen, diese verurteilen oder schlicht unachtsam in ihrer Wortwahl sind.

Passiert so etwas, sollten Sie die Situation retten und ein solches Vorgehen umgehend stoppen. Weisen Sie das gesamte Team darauf hin, dass jeder das Recht hat, seine Meinung zu äußern, ohne dafür negative bzw. abfällige Kommentare von Kollegen zu erhalten. Stellen Sie klar, dass Sie als Gremium für ein faires Gesprächsklima stehen.

Der Konfliktfall

Lässt sich ein Konflikt nicht vermeiden, stehen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Unterstützung zur Seite, aber ohne eine Lösung für den Konflikt anzubieten. So übernehmen Sie eine Moderatorenfunktion.

Motivieren Sie richtig

Als Personalrat sollten Sie sich natürlich auch insgesamt für ein motivierendes Betriebsklima einsetzen – nicht nur innerhalb Ihres Gremiums. Ein motivierendes Arbeitsklima schaffen Sie, wenn Sie für einen guten Umgang mit den folgenden Punkten sorgen:

Übersicht: Das gehört zu einem guten Arbeitsklima

Das ist wichtig für ein gutes ArbeitsklimaErläuterung
AnerkennungIhr Dienstherr sollte Ihnen und Ihren Kollegen das Gefühl geben, dass er Ihre Leistungen anerkennt. Dazu gibt er Ihnen am besten in regelmäßigen Abständen ein Feedback. Dabei sind die positiven Leistungen in den Vordergrund zu rücken. Eventuellen Verbesserungsbedarf sollte er konstruktiv formulieren, sodass die Kollegen nicht demotiviert werden.
Interessante und abwechslungsreiche AufgabenstellungenSetzen Sie sich dafür ein, dass Ihr Dienstherr Ihnen und Ihren Kollegen im Rahmen des Möglichen interessante Aufgaben verschafft.
Streben nach Perfektionismus vermeidenEine Aufgabe qualitativ hochwertig zu erledigen heißt nicht, dass sie perfekt sein muss. Übertriebene Bestrebungen Ihres Dienstherrn nach Perfektionismus können einem motivierenden Arbeitsklima entgegenstehen. Setzen Sie sich deshalb dafür ein, dass Ihr Dienstherr für qualitativ hochwertige Leistungen steht, ohne dabei ständig eine perfekte Ausführung zu erwarten.
Offene KommunikationEin gutes Betriebsklima geht meist einher mit einer offenen Kommunikationskultur. Schließlich schaffen etwaige Geheimniskrämereien Misstrauen. Ihr Dienstherr sollte alle wichtigen Informationen rechtzeitig an Sie und Ihre Kollegen weitergeben.
Möglichkeit des KritisierensSachliche Kritik prüft Ihr Arbeitgeber auf Handlungsbedarf und betrachtet sie als Herausforderung.

So machen Sie den Alltag besser

Selbst wenn in Ihrer Dienststelle viele Kolleginnen und Kollegen eine positive Grundeinstellung haben und vermitteln, werden die meisten irgendwann einen Punkt erreichen, wo sie mal nicht so motiviert sind. Häufig hilft dann eine gewisse Disziplin, sich den Aufgaben, auch den ungeliebten, systematisch zu widmen. Zudem sollte die oder der Betroffene bewusst das Positive seiner Tätigkeiten sehen und sich dieses im Zweifelsfall auch noch einmal ins Gedächtnis rufen.

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