Angst – das ist für uns alle sicherlich kein Fremdwort. Angst am Arbeitsplatz kann in vielerlei Formen auftreten und hat oft tiefgreifende Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Deshalb sollten Sie Ängsten keine zu große Macht geben.
Angst kann dazu führen, dass wir nicht in der Lage sind, einzuschlafen, dass das Gedankenkarussell einfach nicht stoppen will und wir uns nur schwer konzentrieren können. Ist sichergestellt, dass ich meine Familie versorgen und meine Rechnungen zahlen kann? Wie groß ist die Bedrohung durch den Dienstherrn oder andere Kolleginnen und Kollegen?
Ängste sind normal, aber nur in Grenzen
Dass Sie sich solche Fragen hin und wieder stellen, ist völlig normal und Ihrer Situation geschuldet. Sollte die Existenzangst Sie aber so umtreiben, dass Sie sich nicht mehr auf Ihre Arbeit konzentrieren können, wird es gefährlich für Sie. Dann ist Handeln gefragt. Denn dann laufen Sie Gefahr, dass die Existenzangst zu viel Macht gewinnt und Sie behindert.
Resilienz: die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen
Wenn es um Krisen – so wie eben auch eine Existenzkrise – geht, beschäftigen sich Psychologen oft mit der sogenannten „Resilienz“, also der Fähigkeit, Krisen zu überwinden. Es geht darum, Krisen und Schwankungen annehmen und überstehen zu können. Wie gut man darin ist, ist auch Typ-Sache. Doch für Sie als Personalratsvorsitzender ist es wichtig, genau das zu können.
Einen Spruch sollten Sie sich in Krisensituationen immer und immer wieder sagen: Komm mir nicht mit dem Problem, sondern mit der Lösung! Sie machen sich selbst kaputt, wenn Sie sich mit den Sorgen quälen und an allen Ecken Probleme und Bedrohungen sehen. Wichtiger ist es, sich auf die Lösungen zu konzentrieren und optimistisch zu bleiben. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Doch diese 3 Ausweg-Möglichkeiten könnten Ihnen dabei helfen, Ihre Resilienz zu trainieren:
1. Möglichkeit: Akzeptanz und Fokus aufs Hier und Jetzt!
Zunächst einmal sollten Sie akzeptieren, dass Sie Angst haben. Existenzangst ist normal bei Menschen. Das müssen Sie sich auch selbst erlauben. Die Angst kann Ihnen sogar dabei helfen, mögliche Schwachstellen zu finden. Wichtig ist, dass Sie sich nicht schon deshalb fertigmachen, weil Sie Existenzangst haben.
Im nächsten Schritt geht es darum, sich mit dieser Angst auseinanderzusetzen. Ängste sind tief sitzende Emotionen und alles andere als rational. Es ist also mehr als notwendig, dass Ihr Kopf ins Spiel kommt und Ihre Gefühle ordnet.
Versuchen Sie also, Ihre Angst einzuordnen und herauszufinden, ob die Gefahr, die Sie wittern, wirklich so groß ist. Zum Beispiel: Besteht ein realistischer Grund, Angst zu haben?
Es kann helfen, sich zu erinnern, dass Sie vielleicht ähnliche Phasen früher schon gemeistert haben. Ist Ihre Existenzangst begründet, muss ein Plan B her. Dann hilft es nichts, in eine Schockstarre zu verfallen, sondern Sie müssen sich aktiv damit auseinandersetzen.
Im dritten Schritt geht es darum, herauszufinden, wie Sie aktiv Einfluss nehmen können. Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit Angst vor Dingen, die Sie nicht ändern können, nur Energie verschwenden. Konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart, statt sich damit abzulenken, was in Zukunft sein könnte. Motivieren Sie sich selbst dazu! Machen Sie sich bewusst, mit welchen Stärken Sie am Ist-Zustand angekommen sind, und finden Sie heraus, an welchen Schrauben Sie für noch mehr Erfolg drehen wollen.
2. Möglichkeit: Gehen Sie das Problem aktiv an!
Wenn Sie merken, dass die Existenzangst so viel Macht übernimmt, dass Sie nicht mehr richtig schlafen und konzentriert arbeiten können, sollten Sie das Thema aktiv angehen. Reden Sie offen über Ihr Problem mit vertrauten Personen in Ihrem Umfeld und suchen Sie sich professionelle Hilfe. Ein Coach oder auch ein Psychologe kann Ihnen helfen, Ihre Ängste einzuordnen.
3. Möglichkeit: Worst Case skizzieren
Wie schlecht würden Sie im Worst Case dastehen? Wenn Sie sich darüber Gedanken machen, nehmen Sie sich selbst schon einen Teil der Angst. Sie könnten nämlich feststellen, dass selbst der schlimmste Fall nicht gleichzeitig das Ende Ihrer Existenz bedeutet. Hier hilft es auch, sich mit anderen zu unterhalten, die schon in ähnlichen Situationen waren. Darüber erfahren Sie, wie es weiterging und dass der Worst Case nicht unbedingt das Ende der Welt bedeuten muss.
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